Glühende Begeisterung am Schmiedefeuer

eins

Der Bürgermeister packt ganz heiße Eisen an

Früh übt sich, wer ein Meister werden will…Leo G. Pira steht seit 30 Jahren am Schmiedefeuer und versteht etwas von seinem Handwerk. Ob er auch ein guter Lehrmeister ist? Und einen Anfänger in die Kunst des Schmiedens einführen kann?

Beide Fragen können unumwunden mit Ja beantwortet werden. Das kurze Gastspiel von Bürgermeister Werner Kolter in der traumhaft schönen Werkstatt an der Hammer Straße liefert den Beweis.

Werner Kolter, der eher mit dem Kopf arbeitet, will es einmal am Hammer wissen – am Schmiedehammer. Eine kleine Figur für die Kunstauktion der Kunstforderer und für einen guten Zweck soll es werden.

Aber erst einmal muss die schwefelarme Kohle aus Venezuela glühen…Der Profi macht’s vor, der Bürgermeister versucht sein Bestes. Ein bisschen zaghaft schlägt er zu, „mehr Kraft, den Hammer einfach aus der Schulter fallen lassen“, spornt Pira den Laien an. Das Eisen glüht, der Hammer fällt, mit viel Fantasie lässt sich ein Hals erkennen. Ein Paar soll es werden, die Frau soll auch noch Tolle tragen.

Mit Mittelalter-Spuk hat das Handwerk, das Pira beherrscht, nichts zu tun, „wir stehen hier nicht im Kettenhemd“, sagt der Schmied, hier werde richtig malocht, hier nehmen Metall-Ideen nach Stunden auch körperlicher Schwerstarbeit schließlich Gestalt an. „Menschen, die kreativ sind und handwerklich ‚was drauf haben, nötigen mir Respekt ab“, meint der Bürgermeister bewundernd.

Schweißtreibend ist die Arbeit, und ohne Nachhilfe wäre den zwei Eisenstäben wohl nur ein Einsatz als Staudenhalter beschert.

Zusammen mit Leo G. Pira entsteht am Ende eine kleine, feine zurückhaltende Figur: Sie schmiegt sich an, er lässt es zu.

Mal sehen, wie das Werk ankommt…

PS: Die Figur wurde im Rahmen des deutsch-griechischen Freundschaftsfestes für 325 Euro von einem Unnaer Kulturförderer ersteigert. Das freut die Kunstforderer, die Werkstatt Leo G. Pira und den Bürgermeister.

Fotos: Ilona Hetmann