Der Albtraum-Mann, der eigentlich ganz lustig ist

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Unna. Mit ihm holen sich die Menschen den Horror ins Haus. Trotzdem (oder gerade deshalb, als Blitzableiter?) lieben sie ihn. Und Sebastian Fitzek, der Albtraum-Mann, der eigentlich ein ganz Lustiger ist, liebt sein Publikum. Er braucht diese „emotionalen Momente“, gibt er zu. Wenn der Autor sein stilles Kämmerlein verlässt und seine Leser trifft. Jetzt in Unna wieder. Da holte sich der Thriller-Spezialist den Ripper Award ab, den Europäischen Preis für Kriminalliteratur.

10 000 Besucher des Festivals „Mord am Hellweg“ hatten abgestimmt – ihr Votum für die deutsche Antwort auf Alfred Hitchcock fiel sehr schnell und eindeutig aus. Sebastian Fitzek, promovierter Jurist, der mal Staatsanwalt werden wollte, ließ Krimilady Ingrid Noll hinter sich, auch Genre-Größen wie Arnaldur-Indriðason (Island) oder Jo Nesbø (Norwegen) schlug er um Längen. Entsprechend gerührt war der Autor, als er die Auszeichnung entgegennahm: „Mein erster Preis!“

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Der Ripper Award geht an Sebastian Fitzek (3.v.l.): Preisverleihung mit (v.l) Landrat Michael Makiolla, Bürgermeister Werner Kolter, Sparkassenvorstand Klaus Moßmeier, Dr. Herbert Knorr, Sigrun Krauß (Festivalleitung) und Literaturchef und Wolfram Kuschke (Westf.Literaturbüro). Foto: Simone Melenk

Das Preisgeld, 11 111 Euro, will er spenden: zu gleichen Teilen einem Verein, der sich um Frühchen kümmert. Einem Verein gegen Kindesmissbrauch. Last not least an „Mord am Hellweg“ und hier für die Nachwuchsförderung – ohne die auch er nie dahingekommen wäre, wo er heute steht. Auf den Bestsellerlisten.

Sein Erfolg macht ihm zuweilen Angst, sagt er. Der Fitzek-Hype hält immerhin schon zehn Jahre an, acht Millionen Bücher hat der sympathische Vielredner in dieser Zeit verkauft, seine Thriller-Shows sind ausverkauft, in 24 Sprachen wird er gelesen. Oder besser verschlungen. Überraschungs-Laudator Peter Prange, ausgewiesener Experte des historischen Romans, gestand auf der Bühne: Ich mag eigentlich keine Krimis, aber wer einen Fitzek zu lesen beginnt, der ist gefangen…“

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Ein Buch pro Jahr steht auf Fitzeks To do-Liste. In diesem werden es ausnahmsweise einmal drei Veröffentlichungen (auch INFO) sein. „AchtNacht“, die tödliche Story über ein massenpsychologisches Experiment, das völlig aus dem Ruder läuft, ist gerade erschienen. Nach der Frankfurter Buchmesse will der Berliner seine Leser mit „Flugangst 7a“ fesseln. Der Thriller spielt im Flieger, und Klaustrophobie eine entscheidende Rolle. Aber die Angst lässt sich noch deutlich steigern. Von einem wie Fitzek eben.

INFO: Pupsi & Stinki – das erste Kinderbuch

Paul ist ein Stinker, weil er ständig pupsen muss. Dafür kann das Stinktier nicht auf Kommando müffeln. „Pupsi und Stinki“ heißt das erste Kinderbuch von Sebastian Fitzek. Entstanden, weil die Eltern auf einer Urlaubstour die Bilderbücher vergessen hatten. Felix (3), David (5) und Charlotte (6) forderten eigene Geschichten, der Vater musste liefern. Und weil die Fitzek-Furzknoten endlich wissen wollten, wie Pupsi & Stinki aussehen, musste noch ein Vorlesebuch mit Bildern her…Darauf hatte übrigens auch Verleger-Enkel und Lektor Ludwig (5) bestanden. So entstand die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft – garantiert nicht gruselig.

Pupsi & Stinki, Hardcover, Pattloch Geschenkbuch, 56 Seiten
ISBN: 978-3-629-14237-5