Begleitet und behütet auf dem letzten Weg – Ein Hospiz im Herzen der Stadt

 

DSCN2629[1]

Schwarz von Menschen war die Klosterstraße zur Eröffnung des Heilig-Geist-Hospizes. (Foto: Simone Melenk)

Was lange währt, wird endlich gut. Die Stadt Unna hat jetzt ein Hospiz. Das Heilig-Geist-Hospiz in der Klosterstraße will Menschen auf ihrem letzten Weg, den sie gemeinsam mit ihren Angehörigen gehen, ein behütetes Zuhause bieten.

Von Anfang an konfessionsübergreifend geplant, kamen 2009 die ersten Pläne für ein Unnaer Hospiz auf den Tisch. Es war ein Glücksfall, das mit dem ehemaligen Kolpinghaus ein stattliches Haus mit großem Grundstück im Herzen der Stadt zur Verfügung stand. Ganz in der Nähe – in der Massener Straße – hatte es bereits 1315 ein Hospital zum Heiligen Geist gegeben, das immerhin bis 1847 segensreich wirkte und Alte, Arme und Kranke versorgt hatte.

Bürgermeister Werner Kolter (l.), Hospiz-Leiterin Marion Eichhorn und Pfarrer Paul Mandelkow schneiden das rote Band entzwei: Das Hospiz ist eröffnet.(Foto: Simone Melenk)

Wie einst das Kolpinghaus eine Herberge war, soll auch das Hospiz eine Herberge für Menschen werden, für Gäste, die kommen und die gehen können…So drückte es Guido Ponto vom Katholischen Hospitalverbund Hellweg bei der Eröffnung aus. Es war ein langer, mitunter auch steiniger Weg. Umplanungen verzögerten den Bau, Zeit war dann auch Geld. Am Ende lagen die Baukosten bei 3,7 Millionen Euro, aber beachtliche 1,1 Millionen Euro davon sind allein durch Spenden aufgebracht worden. Das freute besonders den Vorstand der Heilig-Geist-Hospizstiftung, Prof. Klaus Weber. Auch Bürgermeister Werner Kolter sieht in dem ehrgeizigen Projekt einen starken Ausdruck von Bürger-Engagement in einer funktionierenden Bürgergesellschaft..

10 Gäste finden in dem Haus helle und schöne Zimmer. Für Angehörige gibt es Gästezimmer, außerdem einen Raum der Stille und eine große Wohnküche, die Mittel- und Treffpunkt des offenen Hauses werden soll und direkten Zugang zum Hofgarten hat. 15 Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Helfer/innen, aber auch etliche Ehrenamtliche kümmern sich um die Gäste.

Auch Architekt Christian Weicken war sichtlich stolz, als er jetzt den Schlüssel übergeben konnte. Es sei ein sehr helles Haus geworden, sagte er, trotzdem ein sehr warmes. Es sei ein städtischer Bau und doch auch ein sehr privates Haus. Das Hospiz sei funktional und empfange die Menschen doch mit viel Atmosphäre. Die neue Leiterin des Hospizes, Marion Eichhorn, ist voller tatendrang: „Ich freue mich, dass es losgeht.“ Sie ermunterte die Unnaer Bürger, einfach mal vorbeizuschauen: „Wir sind ein offenes Haus, ein Haus für alle.“

DSCN2579[1]

Garten, Hof, Patio und alle Außenanlagen sind fertig: geplant und gestiftet von der Bürgerstiftung Unna.(Foto: Simone Melenk)

DSCN2634[1] hospizDSCN2578[1]

Psalm 127,1: Wo der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wo der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.