Jungfilmer wollen es wissen: Was ist Heimat?

Jungfilmer wollen es wissen: Was ist Heimat?

Was bedeutet zuhause, Heimat, was heißt das?

Heimat Unna – warum wohnen wir hier, warum lässt es sich hier gut leben?

Kim Laura Losch, Tobias Beier und Tim Schneider, Studenten aus Unna, wollen das genauer wissen und schauen deshalb auch genauer hin. Und sie wollen ihre Eindrücke dokumentieren. Als Filmteam sind sie neuerdings unterwegs, zücken ihr Drehbuch, leuchten die Szenerie aus, bringen das Mikro in Stellung und lassen die Kamera laufen. Sie spüren Unnaer (kulturelles) Leben auf, zeigen die attraktiven Seiten der Stadt und wollen erzählen, warum es sich lohnt, hier einmal Halt zu machen, den Tag, den Abend zu verbringen und bestenfalls sogar ins frisch bezogene Kissen zu sinken. Die Idee zu den digitalen Image-Beiträgen über Unna, die von den 21-Jährigen auch auf youtube gestellt werden, hatte Marc Lobert, Manager im Katharinen Hof. Natürlich in ureigenem Interesse, ein bisschen aber auch als überzeugter Unna-Botschafter.

Derzeit interessiert die Filmemacher aber erst einmal die Bürgermeisterwahl. Also schlägt das ambitionierte Team im Hotel auf und krallt sich den Kandidaten.“Herr Kolter, hätten Sie ein paar Minuten..?“

Wann bietet sich schon einmal die Gelegenheit, nicht nur Werner Kolter zu interviewen, sondern gleich auch noch Thomas Oppermann, den SPD-Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag, extra aus Berlin angereist, mit aufs Bild zu kriegen?

Für das studentische Trio ist es ein perfekter Abend. Für Thomas Oppermann und Werner Kolter vor ausverkauftem Haus ein Heimspiel.

Womit wir fast wieder bei dem Wort Heimat wären…

PS: Der Clip ist fertig, zu sehen auf Youtube unter http://youtu.be/xTTc84_Pps8

Bürger fragen – der Bürgermeister antwortet

interview

Jüngst auch auskunftsfreudig auf dem Roten Sofa: Thorsten Wagner, Chefredakteur von Antenne Unna, interviewt Bürgermeister Werner Kolter.

16 Fragen an Bürgermeister Werner Kolter, von Bürgern auf dem „Grünen Sofa“ gestellt:
1. Inwieweit beteiligt sich die Stadt an der Finanzierung des Planschbeckens im Bornekamp-Bad?

Die im Bornekamp-Bad ehrenamtlich geleistete Arbeit ist beispielhaft, und das Kinderbecken ist eine sehr attraktive Ergänzung der Einrichtung.

Ich werde seitens der Verwaltung vorschlagen, die vom Verein beantragten 30.000 Euro kurzfristig im Nachtragshaushalt 2015 bereitzustellen und im Rat nachdrücklich für eine breite Zustimmung werben.
2. Was tun Sie für die Flüchtlinge?

Die Stadt Unna hat schnell und unbürokratisch Verantwortung übernommen und mit dem Land NRW eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung über 10 Jahre zum Aufbau einer Erstaufnahmeeinrichtung mit 600 – 800 Plätzen in der ehemaligen Landesstelle Unna-Massen abgeschlossen. Und dies in unmittelbarer Nachbarschaft zum Neuaufbau einer privaten Hochschule, deren positive Weiterentwicklung wir uns sehr wünschen. Mein Dank gilt allen, die sich in Massen vor Ort für die dort ankommenden Menschen und für ein gutes Miteinander engagieren.
3. Wie wahrscheinlich ist die Kultur-gGmbH?

Die mögliche Einrichtung einer Kultur-gGmbH war eine Empfehlung des Kultur-Gutachtens. Der Stadtrat hat daraufhin einen umfassenden Prüfauftrag erteilt.

Nach meiner Einschätzung wird es diese gGmbH aber nur geben, wenn

• sich dauerhaft finanzielle Vorteile ergeben
• die Zusammenarbeit aller Kulturschaffenden verbessert wird
• die Qualität, Vielfalt und Innovation der Arbeit nicht leidet
• die Strukturen der gGmbH für Politik und Kultur-Akteure transparent und offen bleiben

Nur wenn diese Ziele dauerhaft erreicht werden können, werde ich die Bildung einer entsprechenden gGmbH dem Rat vorschlagen.
4. Wann pflanzt die Stadt endlich mehr Bäume? Stichwort: Flächennutzungsplan

Unna ist eine sichtbar grüne Stadt mit vielen Bäumen, Freiflächen und Naturbe-reichen. Es wurden über Jahre zahlreiche private und öffentliche Flächen aufgeforstet, wie z. B. zuletzt in Obermassen an der Unnaer Straße. Im Ausgleich für größere Baumaßnahmen, wie dem Regenrückhaltebecken im Bimbergtal, werden zeitnah umfangreiche Ersatzpflanzungen angelegt. In allen Neubaugebieten werden ebenfalls öffentliche Grünflächen und Bäume verbindlich festgesetzt und neu angepflanzt.
5. Wo sehen Sie die Stadt Unna 2020?

Ich sehe unsere Stadt auch im Jahr 2020 als liebens-, lebenswerte und lebendige Stadt mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern, einer wachsenden Zahl an sicheren, guten Arbeitsplätzen, einer breit aufgestellten Bildungslandschaft, Angeboten für alle Generationen. Ich wünsche mir eine Stadt mit Solidarität für die Schwachen, eine Stadt mit einem guten nachbarschaftlichen Miteinander.
6. Warum haben Sie sich nicht letztes Jahr zur Wahl gestellt?

Meine gesetzliche Amtszeit reicht bis zum 20. Oktober 2015. Diesen Auftrag haben mir die Wählerinnen und Wähler im Jahr 2009 erteilt. Ich habe die Entscheidung, nicht bereits zur Kommunalwahl 2014 vorzeitig zu kandidieren, aus sehr persönlichen Gründen getroffen und das offen kommuniziert.
7. Was kostet die „unnötige“ Wahl?

Eine gefühlt „unnötige“ Wahl ohne Gegenkandidaten ist gewiss sehr ungewöhnlich und ganz bestimmt nicht mein Wunsch. Hier stehen zunächst einmal alle Parteien außer der SPD in der Verantwortung. Die Kosten einer alleingestellten Bürgermeisterwahl werden absehbar deutlich unter den anderer Wahlen liegen und nach Abschluss und Prüfung detailliert im Wahlausschuss belegt.
8. Wie lange will Herr Kolter Bürgermeister bleiben?

Ich trete für die jetzt laufende Kommunalwahlperiode bis zum Jahr 2020 an. Und dies ist, wie schon mehrfach gesagt, meine letzte Amtszeit.
9. Wann wird die Baulücke in der Massener Straße geschlossen?

Die Baulücke an der ansonsten sehr attraktiven Massener Straße ist auch für mich ein großes Ärgernis. Da jedoch ein gesetzliches „Baugebot“ nicht durchzusetzen ist, bleibt hier zunächst der Grundstückseigentümer gefordert. Es gilt der Satz des Grundgesetzes: Eigentum verpflichtet.

Ohne ein aktives Handeln des Grundstückseigentümers sind der Stadt die Hände gebunden.
10. Wann wird der „Balkon“ am Markt abgerissen?

Im Grundsatz gilt auch für dieses Vorhaben die gleiche Antwort. Der Eigentümer muss handeln, Rat und Verwaltung sind aufgefordert, partnerschaftlich mit dem Bauherrn im Rahmen des Baugesetzes nach Lösungen für die wichtigen Projekte an unserem historischen Marktplatz zu suchen.

Beide Projekte – Markt und Massener Straße – stehen ganz oben auf der Prioritätenliste der Stadterneuerung.
11. Wie stellen Sie sich Betreuungszeiten bis nach 16 Uhr vor? Stichwort: Familienfreundlichkeit

Sechs Kindertageseinrichtungen in Unna (von 29) bieten bereits Öffnungszeiten bis 17.00/17.15 Uhr an. Einige bieten darüber hinaus die sogenannte Randzeitenbetreuung an, d. h. Kinder außerhalb der Öffnungszeit werden durch Tagesmütter oder Kita-Personal in der Einrichtung betreut.

In den letzten Jahren war es unser Ziel, den Rechtsanspruch für die unter Dreijährigen durch Um- und Anbauten und Neubau und durch die Ergänzung der Einrichtungen in der Ausstattung abzusichern. Das ist auch vorbildlich gelungen. In den nächsten Jahren wird es nun verstärkt um die qualitative Weiterentwicklung der Einrichtungen gehen. Dazu zählen u. a. die Öffnungszeiten, aber auch die Möglichkeiten, den Kita-Platz bedarfsgerecht zu buchen (z. B. von Mo bis Mi, oder Montag bis 17 Uhr, die anderen Tage bis 14 Uhr).
Das können wir nicht alleine stemmen, zumal wir keine eigenen Einrichtungen betreiben. Wir sind also auf die Kooperation mit den Trägern angewiesen und auf weitere Reformschritte des Landes (Stichwort KiBiz).
12. Setzen Sie sich für die Tafel ein?

Die Absicherung und Weiterführung der Arbeit der Tafel im Kreis Unna hat für mich sehr hohe Bedeutung. Ich habe dieses aktuelle Thema in die Bürgermeister-Konferenz des Kreises Unna eingebracht und bin sehr zuversichtlich, dass wir gemein¬sam mit allen Verantwortlichen in den kommenden Monaten eine dauerhafte, räumliche und finanziell tragbare Lösung für die Tafel finden werden.
13. Werden Sie dafür sorgen, dass nicht noch ein Ramschladen in das Berletgebäude kommt?

Auch bei einer Weiter- oder Neuvermietung ist der unmittelbare Einfluss der Stadt sehr gering, da Vermieter, Mieter, Markt und Nachfrage die lokale Entwicklung eigenverantwortlich bestimmen. Trotzdem versuche ich in enger Abstimmung mit dem City-Werbering, alle Einflussmöglichkeiten zu nutzen, ein möglichst vielfältiges und attraktives Einzelhandelsangebot zu erhalten und auszubauen.
14. Wann gibt es wieder saubere, kostenlose Toiletten in Schulen?

In den vergangenen Jahren konnten zahlreiche Schultoiletten erneuert und modernisiert werden, z. B. am Ernst-Barlach-Gymnasium, der Hellweg-Realschule und der Grilloschule.
In Fortführung der Schulbausanierung und auch mit Hilfe von Sondermitteln des Bundes werden wir das Programm der Modernisierung unserer Schulen verstärkt weiter fortsetzen.
15. Sehen Sie die Möglichkeit die Fußgängerzone behindertengerecht (für Rollstuhl) zu bauen. (Stichwort: Fugen?)

Der Stadtrat hat bereits mit seinem Beschluss zum Doppelhaushalt 2015/16 reagiert. Die Fußgängerzone wird nach einer zwischenzeitlich eingeleiteten Planungsphase in den kommenden Jahren abschnittsweise saniert und neugestaltet werden. Hierbei wird dem Aspekt der Behinderten- und Seniorengerechtigkeit über die Materialauswahl besondere Bedeutung geschenkt.
16. Werden Sie sich einsetzen, mehr „gute“ Wohnungen unter 50m² zu schaffen?

Ich messe dem Thema „kleiner, gut bezahlbarer Wohnungen unter 50 m²“ eine hohe Bedeutung im Rahmen des demografischen Wandels zu. Mitgedacht werden muss auch die Tatsache deutlich zunehmender Singlehaushalte.
Dieses Thema habe ich bereits im Aufsichtsrat der kommunalen Wohnungsgesellschaft (UKBS) wie auch in Abstimmungsgesprächen mit privaten Investoren vorgebracht. Die Diskussion ist im Gange.

Glühende Begeisterung am Schmiedefeuer

Glühende Begeisterung am Schmiedefeuer

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Der Bürgermeister packt ganz heiße Eisen an

Früh übt sich, wer ein Meister werden will…Leo G. Pira steht seit 30 Jahren am Schmiedefeuer und versteht etwas von seinem Handwerk. Ob er auch ein guter Lehrmeister ist? Und einen Anfänger in die Kunst des Schmiedens einführen kann?

Beide Fragen können unumwunden mit Ja beantwortet werden. Das kurze Gastspiel von Bürgermeister Werner Kolter in der traumhaft schönen Werkstatt an der Hammer Straße liefert den Beweis.

Werner Kolter, der eher mit dem Kopf arbeitet, will es einmal am Hammer wissen – am Schmiedehammer. Eine kleine Figur für die Kunstauktion der Kunstforderer und für einen guten Zweck soll es werden.

Aber erst einmal muss die schwefelarme Kohle aus Venezuela glühen…Der Profi macht’s vor, der Bürgermeister versucht sein Bestes. Ein bisschen zaghaft schlägt er zu, „mehr Kraft, den Hammer einfach aus der Schulter fallen lassen“, spornt Pira den Laien an. Das Eisen glüht, der Hammer fällt, mit viel Fantasie lässt sich ein Hals erkennen. Ein Paar soll es werden, die Frau soll auch noch Tolle tragen.

Mit Mittelalter-Spuk hat das Handwerk, das Pira beherrscht, nichts zu tun, „wir stehen hier nicht im Kettenhemd“, sagt der Schmied, hier werde richtig malocht, hier nehmen Metall-Ideen nach Stunden auch körperlicher Schwerstarbeit schließlich Gestalt an. „Menschen, die kreativ sind und handwerklich ‚was drauf haben, nötigen mir Respekt ab“, meint der Bürgermeister bewundernd.

Schweißtreibend ist die Arbeit, und ohne Nachhilfe wäre den zwei Eisenstäben wohl nur ein Einsatz als Staudenhalter beschert.

Zusammen mit Leo G. Pira entsteht am Ende eine kleine, feine zurückhaltende Figur: Sie schmiegt sich an, er lässt es zu.

Mal sehen, wie das Werk ankommt…

PS: Die Figur wurde im Rahmen des deutsch-griechischen Freundschaftsfestes für 325 Euro von einem Unnaer Kulturförderer ersteigert. Das freut die Kunstforderer, die Werkstatt Leo G. Pira und den Bürgermeister.

Fotos: Ilona Hetmann

Zukunft Berliner Allee – neue Pläne für ein altes Quartier

Zukunft Berliner Allee – neue Pläne für ein altes Quartier

 „Die Menschen sollen sich hier wohl fühlen!“

Fast jede Stadt hat ein solches Quartier – in den 1960er, 1970er Jahren wurde hoch gebaut, um vielen Menschen Wohnraum bieten zu können. Heute sind die Wohnblocks aus dieser Zeit problematisch – zumal, wenn nicht in einem Top-Zustand. Das groß angelegte Projekt „Zukunft Berliner Allee“ will das Viertel, in dem immerhin 4 500 Menschen leben, deutlich aufwerten und die sozialen Probleme da anpacken, wo sie greifbar sind – im Viertel selbst. „Die Menschen sollen sich hier wohl fühlen“, sagt Bürgermeister Werner Kolter, deshalb müsse man jetzt „feinsteuern“, negative Entwicklungen abwenden.

Früh die Probleme angepackt

Früh hat die Stadt Unna das Gespräch mit den hier ansässigen Wohnungsbaugesellschaften gesucht und das Müll-Problem rund um die großen Mietriegel angepackt. Es fällt schon auf, wie sauber es hier ist, obwohl hier so viele Menschen auf dichtem Raum wohnen – Menschen, die aus aller Herren Länder kommen. Ab 2016 soll es hier nicht nur ein erweitertes Quartiersmanagement geben, auch die Themen Wege/Spielflächen/Freiflächen werden als Extra-Aufgabe verstanden und angegangen. Das Jobcenter ist mittlerweile vor Ort und betreibt in der Potsdamer Straße ein kleines Büro, ist „nah an den Menschen“, wie Christian Scholz, der stellvertretende Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Unna, betont. Die guten Vermittlungszahlen, die Zufriedenheit der eigenen Mitarbeiter, die den Menschen vor Ort besser und direkter helfen können, sprechen für sich, meint er. Mit dem Partnern Jugendamt, der Werkstatt im Kreis Unna könne das Jobcenter hier viel effektiver helfen, so Scholz.

Immer gut besucht: der Falken Kinderclub in einer Wohnung gleich nebenan

Auch der Falken Kinderclub in einer Wohnung, der für Königsborner Schulkinder täglich geöffnet ist, hat sich als richtige und wichtige Maßnahme erwiesen. Davon konnte sich auch NRW-Bauminister Michael Groschek überzeugen, der unter anderem mit Bürgermeister Werner Kolter und Verantwortlichen der Stadt jetzt das Quartier durchstreifte. Ein Stopp im Kinderclub war gesetzt, der Besuch im Jobcenter natürlich auch. Der Minister zeigte sich beeindruckt von den Angeboten im Viertel. Allein das Investieren ins Wohnumfeld reiche heute nicht, so der Minister, man müsse sich mehr um die Menschen kümmern, wieder mehr aufeinander achten, Ansprechpartner vor Ort haben.  „Eigentlich brauchen wir wieder den guten alten Dorfsheriff“, so Groschek. Heute heißt das Quartiersmanagement, meint aber irgendwie das Gleiche.

Die Initiative „Zukunft Berliner Allee“, ein Millionen schweres Projekt-Paket, wird vom Land gefördert und bis 2020 sichtbare positive Zeichen in der Berliner Allee und auch in Königsborn-Nord setzen. Los geht’s mit neuen Ideen und Maßnahmen im neuen Jahr.

Fotos: Simone Melenk

Bürger als Beweger – Westfalen-Initiative zeichnet Bürgerstiftung aus

Bürger als Beweger – Westfalen-Initiative zeichnet Bürgerstiftung aus

Eine Ferienwoche voller Kinderkultur
Wettbewerb „Westfalen bewegt“ zeichnet die Aktion „Wir sind draußen“ aus

Unna/Münster. Rund 50 Kindern spendiert die Bürgerstiftung Unna jeden Sommer eine Woche lang Ferien vor der Haustür. Das Projekt „Wir sind draußen – Kinderkultur in Hellweger Parks“ ist nicht nur ganz dicht bei den Menschen. Im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs Westfalen bewegt konnte es auch bei der Jury punkten und landete auf dem dritten Platz. Dr. Karl-Heinrich Sümmermann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Westfalen-Initiative, übergab der Bürgerstiftung jetzt Urkunde und Scheck. 2.000 Euro gab’s für die Unnaer Bürgerstiftung, 1.000 davon spendierte die Volksbank. Peter Zahmel hatte den Schevck mitgebracht.

„Die Bürgerstiftung ermöglicht die Entfaltung von Kreativität und eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung der Kinder –  ohne darauf zu warten, dass der Staat hier aktiv wird“, begründete Dr. Karl-Heinrich Sümmermann das Votum der Jury. Außerdem sei es ein Projekt, dass sich gut multiplizieren lasse. Denn Ideenaustausch sei der Westfalen-Initiative wichtig, „bei uns soll man abschreiben und abgucken“, so Sümmermann. Der gebürtiger Fröndenberger drückte nicht nur am Pestalozzi-Gymnasium die Schulbank, sondern war auch Sitznachbar von Bürgermeister Werner Kolter. 1969 bauten hier beide das Abi. Heute steht der schlanke Westfale vom Hof Sümmermann in Frömern an der ehrenamtliche Spitze der sehr erfolgreichen Westfalen-Initiative, die vor allem die westfälische Identität schärfen und das bürgerschaftliche Engagement in Westfalen stärken will.
Erfolgreich ist aber auch die Bürgerstiftung Unna. Nicht nur, dass sie binnen zehn Jahren breites Vertrauen aufbauen konnte, auch mit einem Stiftungskapital von 4,6 Millionen Euro gehört sie zu den wenigen Stiftungsmillionären unter den Bürgerstiftungen im Lande. Tendenz: weiter steigend.

Bürgerstiftung Unna auf Erfolgskurs

Zusammen mit Spenden schüttet sie jedes Jahr 100 000 Euro für gemeinnützige Zwecke aus. Unter anderem entwickelte sie schon im Jahr 2007 zusammen mit der Jugendkunstschule die „Ferien vor der Haustür“ und lädt seither jeden Sommer in den Königsborner Kurpark ein. In Kooperation mit der Jugendkunstschule Unna, dem Förderverein Elementarmusik, der Kulturregion Hellweg und dem NRW-Familienministerium wird den Kindern eine Woche lang von morgens bis spätnachmittags Musik, Theater, Sport und Bewegung geboten. In dem für bedürftige Kinder kostenlosen Angebot enthalten sind Mittagessen, Snack und Getränke. Die Kinder entdecken eine spannende kreative Umgebung, die ihnen oft fremd ist, und sie entwickeln bisher unbekannte Talente. Deshalb haben die Ferien vor der Haustür immer auch einen positiven Einfluss auf die kindliche Entwicklung.
„Die Ferienwoche der etwas anderen Art vermittelt den Kindern neue Erfahrungen und bietet ihnen zugleich ein Gemeinschaftserlebnis mit Spiel und Spaß. Es ist deshalb auch ein soziales Projekt, das die Stadt bereichert und das es ohne die Stiftung nicht gäbe“, würdigt Unnas Bürgermeister Werner Kolter die gesellschaftliche Bedeutung dieses bürgerschaftlichen Engagements. Die Auszeichnung durch die Westfalen-Initiative empfindet er als große „Wertschätzung“.

Der Erfolg hat die Bürgerstiftung bestärkt, das Projekt „Wir sind draußen“ auszuweiten. Auf Königsborn folgt Unna-Massen. Damit ist klar, wofür die 2.000 Euro Preisgeld der Westfalen-Initiative eingesetzt werden…

Fotos: Simone Melenk

Älter werden in Unna – wie wollen Senioren wohnen?

Älter werden in Unna – wie wollen Senioren wohnen?

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Seniorentag in Unna: Viele Informationen, viel Betrieb an den Ständen, hier der Bürgermeister im Gespräch mit der Herbstblatt-Redaktion und einem alten Handball-Freund.

Unna. Die Kinder sind aus dem Haus, die Wohnung ist viel zu groß. Das eigene Haus lässt sich nur noch mit Mühe bewirtschaften, schon allein, weil das Treppensteigen immer schwerer fällt. Eigentlich müsste man umziehen. Aber einen alten Baum verpflanzen?
Der Spruch war gestern, heute gibt es neue Angebote für Senioren. Eine älter werdende Gesellschaft sucht und braucht andere, für sie passende Wohnformen in der Stadt. Für Bürgermeister Werner Kolter ist der demografische Prozess, das „Älter werden in Unna“ eines der großen Zukunftsthemen. „Wichtig ist dabei ein enges abgestimmtes Zusammenwirken aller Akteure wie private Investoren, öffentlicher Wohnungsbau, AWo, Caritas, Diakonie sowie das Netzwerk der Pflegedienste mit der Stadt Unna.“
Werner Neumann, Leiter des Bereichs Wohnen, Soziales und Senioren bei der Kreisstadt Unna, hat das weite Feld barrierefreies Wohnen, neue Wohnformen, Wohnen mit Service, aber auch Mehrgenerationen-Wohnprojekte oder Senioren-WGs schon früh beackert. Die Stadt Unna hat sich rechtzeitig aufgemacht, mit ihren Möglichkeiten und auch öffentlich gefördert für unterschiedliche Wohnbedürfnisse den passenden Raum zu suchen und zu schaffen. Begleitet wurden dabei auch immer wieder viele private Modelle wie Baugemeinschaften, die für Gruppen planen.

Neue Projekte in Planung

Für öffentlich geförderten Wohnungsbau ist Barrierefreiheit heute Pflicht, die Wohnungen sind begehrt. So sind in Königsborn schicke kleine Seniorenwohnungen entstanden, die UKBS investierte an der Dahlienstraße in 34 Wohnungen, die AWo an der Grillostraße (17 Wohnungen). Neu hinzukommen 18 Wohnungen auf dem alten WMG-Gelände an der Zechenstraße, fast 30 neue Einheiten auf dem ehemaligen Sportplatz an der Palaiseaustraße. In Massen punktet die „Große Wiese“ mit acht WG-Plätzen für Senioren und zehn barrierefreien Wohnungen. Erstmals investiert auch der traditionsreiche Bauverein zu Lünen in Unna: An der Mozartstraße entsteht eine Senioren-WG mit 11 Plätzen und ambulanter Betreuung, darüber werden 11 neue Wohnungen für Senioren gebaut. In Planung ist außerdem noch ein großes Projekt an der Potsdamer Straße, an der Dürerstraße wird eine Baulücke geschlossen.

Denn Barrierefreiheit lässt sich nur schwer und meistens sehr aufwändig in alten Häusern umsetzen. Allein die Frage nach dem Aufzug ist mit immensen Kosten verbunden, wenn er nachträglich ins Haus eingebaut oder von außen aufgeständert wird. „Deshalb brauchen wir (geförderten) neuen Wohnungsbau“, sagt Werner Neumann.

Und deshalb kreisen in Unna auch künftig die Baukräne.

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Wie werden wir, wie wollen wir im Alter wohnen? Werner Neumann, Leiter des Bereichs Wohnen, Soziales und Senioren bei der Kreisstadt Unna (m.), war beim Seniorentag ein viel gefragter Mann. (Fotos: Simone Melenk)