Älter werden in Unna – wie wollen Senioren wohnen?

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Seniorentag in Unna: Viele Informationen, viel Betrieb an den Ständen, hier der Bürgermeister im Gespräch mit der Herbstblatt-Redaktion und einem alten Handball-Freund.

Unna. Die Kinder sind aus dem Haus, die Wohnung ist viel zu groß. Das eigene Haus lässt sich nur noch mit Mühe bewirtschaften, schon allein, weil das Treppensteigen immer schwerer fällt. Eigentlich müsste man umziehen. Aber einen alten Baum verpflanzen?
Der Spruch war gestern, heute gibt es neue Angebote für Senioren. Eine älter werdende Gesellschaft sucht und braucht andere, für sie passende Wohnformen in der Stadt. Für Bürgermeister Werner Kolter ist der demografische Prozess, das „Älter werden in Unna“ eines der großen Zukunftsthemen. „Wichtig ist dabei ein enges abgestimmtes Zusammenwirken aller Akteure wie private Investoren, öffentlicher Wohnungsbau, AWo, Caritas, Diakonie sowie das Netzwerk der Pflegedienste mit der Stadt Unna.“
Werner Neumann, Leiter des Bereichs Wohnen, Soziales und Senioren bei der Kreisstadt Unna, hat das weite Feld barrierefreies Wohnen, neue Wohnformen, Wohnen mit Service, aber auch Mehrgenerationen-Wohnprojekte oder Senioren-WGs schon früh beackert. Die Stadt Unna hat sich rechtzeitig aufgemacht, mit ihren Möglichkeiten und auch öffentlich gefördert für unterschiedliche Wohnbedürfnisse den passenden Raum zu suchen und zu schaffen. Begleitet wurden dabei auch immer wieder viele private Modelle wie Baugemeinschaften, die für Gruppen planen.

Neue Projekte in Planung

Für öffentlich geförderten Wohnungsbau ist Barrierefreiheit heute Pflicht, die Wohnungen sind begehrt. So sind in Königsborn schicke kleine Seniorenwohnungen entstanden, die UKBS investierte an der Dahlienstraße in 34 Wohnungen, die AWo an der Grillostraße (17 Wohnungen). Neu hinzukommen 18 Wohnungen auf dem alten WMG-Gelände an der Zechenstraße, fast 30 neue Einheiten auf dem ehemaligen Sportplatz an der Palaiseaustraße. In Massen punktet die „Große Wiese“ mit acht WG-Plätzen für Senioren und zehn barrierefreien Wohnungen. Erstmals investiert auch der traditionsreiche Bauverein zu Lünen in Unna: An der Mozartstraße entsteht eine Senioren-WG mit 11 Plätzen und ambulanter Betreuung, darüber werden 11 neue Wohnungen für Senioren gebaut. In Planung ist außerdem noch ein großes Projekt an der Potsdamer Straße, an der Dürerstraße wird eine Baulücke geschlossen.

Denn Barrierefreiheit lässt sich nur schwer und meistens sehr aufwändig in alten Häusern umsetzen. Allein die Frage nach dem Aufzug ist mit immensen Kosten verbunden, wenn er nachträglich ins Haus eingebaut oder von außen aufgeständert wird. „Deshalb brauchen wir (geförderten) neuen Wohnungsbau“, sagt Werner Neumann.

Und deshalb kreisen in Unna auch künftig die Baukräne.

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Wie werden wir, wie wollen wir im Alter wohnen? Werner Neumann, Leiter des Bereichs Wohnen, Soziales und Senioren bei der Kreisstadt Unna (m.), war beim Seniorentag ein viel gefragter Mann. (Fotos: Simone Melenk)